Emmer Wohninitiative will preisgünstige Wohnungen vor Luxussanierungen schützen 

Am Samstag, 17. Oktober 2026, lancieren der Mieterinnen- und Mieterverband Luzern NW OW UR (MV), die Grünen Emmen und die SP Emmen die «Emmer Wohninitiative». Sie verlangt, dass sich die Gemeinde Emmen dem kantonalen Gesetz über die Erhaltung von Wohnraum (GEW) unterstellt. Umbauten und Sanierungen, die zu einem wesentlich höheren Mietzins führen, bräuchten dann eine Bewilligung des Gemeinderats. So soll verhindert werden, dass bezahlbare Wohnungen in Emmen durch reine Renditesanierungen verloren gehen.

Emmen gehört zu den wenigen Gemeinden der Region, in denen Familien mit kleinen und mittleren Einkommen noch eine bezahlbare Wohnung finden. Genau das macht die Gemeinde attraktiv. Weil in der Stadt Luzern und den umliegenden Gemeinden kaum noch Wohnungen frei sind, weichen immer mehr Wohnungssuchende nach Emmen aus, und die Schlangen an Besichtigungen günstiger Wohnungen werden länger. Für Eigentümerinnen und Eigentümer wird es dadurch attraktiv, ältere Wohnungen umfassend zu sanieren, den bisherigen Mietenden zu kündigen und die Wohnungen danach deutlich teurer neu zu vermieten.

«In Emmen gibt es viele grosse Überbauungen aus früheren Jahrzehnten. Wenn dort nach einer Sanierung die Miete um mehrere hundert Franken steigt, müssen Familien wegziehen, die seit Jahren hier verwurzelt sind», sagt Martina Sager von den Grünen Emmen. «Das wollen wir verhindern.»

Zwar wird in Emmen viel gebaut. Neubauten sind aber naturgemäss teurer als bestehende Wohnungen. «Neubauten allein lösen das Problem nicht. Wir müssen auch die günstigen Wohnungen schützen, die es heute schon gibt», sagt SP-Einwohnerrat Jonas Ineichen. Vorstösse für einen höheren Anteil preisgünstiger Wohnungen bei Neubauprojekten hätten im Einwohnerrat bisher zudem keine Mehrheit gefunden.

Hinzu kommt, dass die Mieten vielerorts schon heute über dem liegen, was das Mietrecht erlaubt. Gemäss einer Studie des Büros BASS im Auftrag des Mieterinnen- und Mieterverbands Schweiz zahlten Mietende im Jahr 2021 im Durchschnitt rund 370 Franken pro Monat zu viel.[1] Sanierungen sind ein häufiger Anlass für starke Mietzinserhöhungen.

Mit dem GEW erhält der Gemeinderat ein Instrument, um in solchen Fällen genau hinzuschauen. «Sinnvolle Sanierungen, auch energetische, werden weiterhin bewilligt. Der Gemeinderat kann aber eingreifen, wenn eine Sanierung vor allem dazu dient, die Mieten in die Höhe zu treiben.» betont Claudia Stucki, Co-Präsidentin der SP Emmen. Die Unterstellung unter das Gesetz ist zeitlich befristet.

Das Initiativbegehren wurde bei der Gemeinde eingereicht und wird im Kantonsblatt vom 17. Oktober 2026 publiziert. Ab diesem Tag sammeln die Initiantinnen und Initianten Unterschriften. Für das Zustandekommen sind 500 gültige Unterschriften innert 60 Tagen nötig.

[1] Schweizer Mieter:innen werden jährlich um 10 Milliarden Franken betrogen %%page%%

Initiativkomitee

Jonas Ineichen (SP), Martina Sager (Grüne), Claudia Stucki (SP), Esther Ammann (Grüne)


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